Boom, machte es...

eine Kurzgeschichte von Sven Schroeder

 

 

Boom machte es, als das Areal sich in Staub auflöste, das Areal, das gerade erst vor 17 Jahren von DOW Chemicals errichtet wurde, 15 Etagen etliche m² Laboratorien, Aufenthaltsräume, Klos und Büros, verwandelt in einen riesigen Krater.

Das Jahr 2077, es war geprägt von Armut, Welthunger und Profitgier. Die wenigen Riesenkonzerne die die große Welwirtschaftskrise 2030 überlebt haben, bekämpfen sich gegenseitig mit immer neuen Errungenschaften auf dem Weg in den WW3. Sam, ein kleiner fetter Kerl, arbeitete in einem der vielen Labore der DOW, er durfte für ein Mindestgehalt das Labor reinigen, den Wissenschaftlern Chemikalien reichen und sich seine tägliche 16.00 Uhr Spritze abholen, er hatte keine Ahnung welche Auswirkung diese Spritzen auf seine Zukunft haben würden, aber wen interessiert schon die Zukunft, wenn man nicht einmal seine Vergangenheit kennt, er hatte das Labor nie verlassen. 16 Jahre alt, von Albträumen geplagt würde sich sein Leben schlagartig ändern.
Die roten Rundumleuchten an den Wänden rotierten eines morgens wie Karussells auf einem Rummelplatz, die Sirene dröhnte in den Ohren, Sam erwachte. Er hatte diese Situation schon des öfteren in Trockenübungen erlebt, und wußte genau was zu tun wäre. Aber er entschied sich, nicht wie vorgeschrieben in einen der vielen Noträume einzukehren, sondern vielmehr sich in seinem Zimmer zu verschanzen. Vor seiner Tür auf den Fluren hörte er das Getrampel der Sohlen harter Militärstiefel, die schreie von Frauen und Männern und dieses monotone Geräusch von Maschinengewehren und Faustfeuerwaffen, Querschläger an den schweren Stahltüren und Wänden, zerberstendes Glas der Laborfenster, was war nur passiert?
Plötzliche Stille erfüllte die Einrichtung, nachdem man ein lautes ABC-Alarm von dem Kommandierenden hörte. Instinktiv nahm Sam sein Ganzkörperkondom mit den Sauerstoffflaschen aus dem dafür vorgesehenen Notschrank, der schlampige Junge packte seinen Notrucksack mit seien Utensilien, wie z.B. ein Kampfmesser, Adrenalinspritzen, Aspirin, eine Glock 18 und Steyr AUG Sturmgewehr inkl. Munition. Ihm war ein wenig mulmig im Magen als er die Tür öffnete. Gelber Rauch kam ihm entgegen, Soldaten lagen mit Gasmasken auf ihren Köpfen auf dem Boden, was man denn noch so Kopf nennen konnte, das Gummi der Masken war angelöst, die Haut der Männer war von ihren schmerzgezeichneten Gesichtern gelöst. Der Zwischenraum zwischen Maske und Gesicht war mit Blut, frisch erbrochenem und herausgequollenen Augäpfeln gefüllt. Ihre Waffen und Ausrüstungen hatten ihnen nichts gegen die Abwehrmaßnahmen des Gebäudes gebracht, die Lüftung sprang an und der Rauch verzog sich. Sam entledigte sich des Sicherheitsanzuges und zog sich seinen Camouflageanzug an. Er wußte er hätte entsetzt sein müssen, aber fühlte nichts, er wußte nur er mußte aus der Bude raus, denn für den Fall eines Eindringens flog der Komplex binnen 2 Stunden in die Luft. Er zwängte sich durch die mit Toten überfüllten Gänge als plötzlich einer der am Boden liegenden Soldaten aufsprang und dem Jungen sofort an die Kehle sprang. In einem harten Kampf löste sich die Gasmaske, der Soldat hatte sich gravierend verändert. Er hatte Spitze Reißzähne im ganzen Mund, die Augen hatten sich in Tiefrot neu gebildet, man sah weder Iris noch Pupille. Nur rot! Sam feuerte die 18 Schuß seiner Glock 18 in den Körper der Kreatur, die einst ein gut ausgebildeter Soldat war, ohne jegliche Reaktion dieser. Sam nahm unter stärkster Anstrengung sein Messer und trennt mit diesem den Kopf des Monsters vom Rumpf. Es sank wie ein Stein zu Boden. Doch die anderen Soldaten am Boden wurden auch langsam wieder munter, ebenso die Männer und Frauen, die zuvor von den Soldaten nur angeschossen wurden und auch noch den gelben Teufelsrauch einatmen konnten. Der 16jährige nahm eine Zigarette aus seiner Schachtel und zündete sie sich mit seinem Zippo an. 20m bis zum Treppenhaus, er lud sein Steyr durch schaltete auf Frieden und rannte, kurze Salven feuernd, zu der vermeintlich rettenden Tür des Treppenhauses, und betrat diese, Stille. Durch das kleine Sichtfenster der Tür konnte er erkennen das die meisten der erschossenen liegen blieben, Kopfschüsse waren das Geheimnis, klirrend zerbrach das Sichtfenster, als eine der Kreaturen gezielt durch die Scheibe nach Sams Kopf griff. Wieder zückte dieser sein Messer und trennte die Hand ab. Dann rannte er los, 4 Etagen nach oben. Dann war er im Erdgeschoß, wo es nicht anders aussah als in der Kelleretage in der er zuvor war. Er lud nach und rannte wie ein besessener die 200 m bis zur Eingangstür, wieder kurze Salven abfeuernd. Er zerschoß das Glas der Eingangstür und floh ins Freie. 10-9-8-7-6-5-4-3-2-1-Boooooooom, das Haus flog in die Luft, und zerstörte all das schreckliche drinnen.

Ein seichter Lufthauch streifte Sams Kopf bevor laut knallend ein Projektil einer 7,62 mm Patrone die Stirn des Jungen verließ, nachdem sie zuvor in seinem Hinterkopf einschlug. Konzerne brauchen keine Zeugen.